Die Teilnehmer des Gestaltungswettbewerbs für das Mainzer Kohleheizkraftwerks

In den vergangenen Wochen hatten sich insgesamt 16 renommierte Büros aus dem In- und Ausland mit dem Kraftwerksprojekt der KMW AG beschäftigt und Lösungsvorschläge für die Gestaltung des Mainzer Kohleheizkraftwerks eingereicht.

Eine Jury aus externen Architekten, Stadtplanern und Vertretern des Bauherren hat diese Woche die Arbeiten bewertet. Das Vorgehen bei diesem Wettbewerb war angesichts der öffentlichen Aufmerksamkeit für das Projekt zuvor von der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG eng mit der Architektenkammer Rheinland-Pfalz abgestimmt worden.

In der siebenköpfigen Jury saßen mit Prof. Carlo Weber, Linus Hofrichter, Günter Leonhardt und Günther Ingenthron als externe Fachpreisrichter ausgezeichnete Architekten und Stadtplaner. Für die KMW AG nahmen der Technische Vorstand Dr. Werner Sticksel und der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Helmut Müller sowie der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Jens Beutel an der Jurysitzung teil. Die Jury wählte aus 16 eingereichten Arbeiten den Siegerentwurf aus.

Der Gewinner des Gestaltungswettbewerbs

Der Siegerentwurf stammt aus der Feder des Frankfurter Architektenbüros Dietz-Joppien. Das Votum für den Entwurf des Architektenbüros Dietz-Joppien fiel bei den sieben Jurymitgliedern einstimmig aus. Bei der Gestaltung des neuen Kohleheizkraftwerks auf der Ingelheimer Aue sollen dezente graue, blaue und grüne Töne die Fassaden dominieren.

In ihrem Vorschlag setzen die Frankfurter Architekten abhängig von der Blickrichtung auf das neue Kohleheizkraftwerk und das Kesselhaus auf unterschiedliche Fassadenfarben. Diese orientieren sich jeweils an den Farben der Umgebung und an dem Abstand, von dem das Kraftwerk wahr genommen werden kann. So dominieren beispielsweise aus Blickrichtung Theodor-Heuss-Brücke der Rhein und der Containerhafen mit seinen kräftigen Farben im Vordergrund – in der Fassade des Kraftwerks sollen sich diese Elemente in akzentfarbigen Rechtecken und horizontal abgestuften Blautönen wiederfinden. Vom Norden betrachtet ist die Anlage in Grüntönen der Rheininsel gehalten, von den Gonsbachterassen her überwiegen Sandfarben.

Reflektierende Lamellen und hochglänzende Paneele sollen zudem die Umgebungsfarben spiegeln und das Erscheinungsbild der Fassaden während der Bewegung um das Kraftwerk verändern. Bei unterschiedlicher Witterung, morgens oder abends, sollen Reflexionen sich auf der Fassade abbilden und die Farbgestaltung der Blechhaut überlagern.

Dietz-Joppien arbeiten aber nicht nur mit Farben und Oberflächenmaterialien sondern schlagen beispielsweise für die Treppenhäuser der Gebäudeecken und die obere Abschlusskante des Kesselhauses blickoffene Streckmetall- und Lamellengitter vor, um die Konturen des Gebäudeteils weicher erscheinen zu lassen.

Weitere Auszeichnungen

Bei der Präsentation des Siegerentwurfs freute sich KMW-Vorstandsmitglied Ralf Schodlok nicht nur über den Vorschlag des Frankfurter Büros, sondern auch über die Qualität der anderen eingereichten Arbeiten. Mit ganz unterschiedlichen Konzepten waren renommierte deutsche oder internationale Büros wie beispielsweise KSP Engel-Zimmermann, Schomers-Schürmann oder Massimiliano e Doriana Fuksas an die Aufgabe der Gestaltung des Kraftwerks herangegangen. Insgesamt zeichnete die Jury vier Arbeiten mit Preisen aus, drei weitere Entwürfe erhielten als zusätzliche Ankäufe eine besondere Anerkennung.